Reise nach Chanka 2004

Gruppenfoto Am 27. März begann die Reise, für viele ins Unbekannte. Sechs junge Frauen und Männer begleitet von ihrem Pfarrer Sigfried Menthel und Timotewos Abdissa, einem gebürtigen Äthiopier, der heute als Deutscher in Berlin eine Apotheke hat, bestiegen in Berlin Tegel das Flugzeug. Franziska Novak, zu dieser Zeit noch Schülerin, Karoline Rieder, Afrikanistikstudentin, Ricarda Seeber, Lehramtsstudentin für die Fächer Musik und Französisch, Stefan Galler, Student der Elektrotechnik, sein Bruder Peter Galler, Zivildienstleistender und Björn Schünemann, Informatikstudent: Für alle war es der erste Besuch in der Partnergemeinde und alle waren voller Neugier und Erwartung.
Die erste Woche blieb die Gruppe in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, um sich zu akklimatisieren. Mit dem Auto ging die Reise dann in mehreren Tagesetappen nach Dembidollo, dem Synodensitz der EECMY, der Kirche unserer Partnergemeinde. Dort trafen wir den Entwicklungskoordinator der Synode, der für das AIDS-Waisenprojekt verantwortlich ist, sowie die Sozialarbeiterin, die die Familien im Projekt betreut.
In Chanka schließlich wurden wir aufs Herzlichste empfangen. Sechs Menschen unseres Alters warteten auf uns, um gemeinsam mit uns der Schule im Ort zu einem neuen Anstrich zu verhelfen. Diese Arbeit sollte das Eis brechen und einer Annäherung unserer doch so verschiedenen Kulturen dienen. Wir besuchten die Familien dieser jungen Leute und gewannen einen weit tieferen Einblick in das Leben unserer Partner, als man es bei einer touristischen Reise hätte erwarten können. Anschließend fuhren wir zusammen mit den neu gewonnenen Freunden zurück nach Dembidollo, um uns gemeinsam über verschiedene Themen auszutauschen. Dies war nicht selbstverständlich, denn die meisten unter ihnen hatten zu Hause eine Familie zu versorgen. Das gemeinsame Essen und Singen hat uns mehr verbunden, als alle anderen Annäherungsversuche, denn die kulturelle Barriere war dann doch größer als wir anfangs vermuteten.
Wir fuhren mit gemischten Gefühlen wieder nach Addis Abeba. Zum einen hatten wir sehr viel von und über unsere Partner in Chanka gelernt, wir hatten viele Filmrollen voll Material über das AIDS-Waisenprojekt im Gepäck und viele Fotos in der Kamera. Trotzdem blieb das Gefühl, im Grunde nicht viel verstanden zu haben vom Leben unserer Partner. Die Fragen, die wir uns vor dem Reiseantritt gestellt hatten, waren nicht weniger geworden. Wahrscheinlich eine der besten Voraussetzungen für eine zweite Reise.

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